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Obama gibt Weg zur Erforschung embryonaler Stammzellen frei

Barak Obama hat am Montag eine Verfügung unterzeichnet, welche nach seinen Worten eine Möglichkeit eröffnet, Diabetes, Krebs oder Parkinson zu bekämpfen – mit langlebigen embryonalen Stammzellen. Diese können sich zu allen Arten von Körperzellen entwickeln.
Diesem Wunsch stehen bisher noch viele Hindernisse gegenüber: Diese „Alleskönner-Zellen“ können nicht sicher gesteuert werden. So besteht die Gefahr, dass embryonale Stammzellen ein unkontrolliertes Wachstum beginnen und einen Tumor bilden.
Normalerweise wird eine embryonale Stammzelle vom Klienten als körperfremd abgestoßen. Idealerweise führt dies – um dieses Problem zu beseitigen – zur nächsten Forderung: der Embryo, welchem man eine Stammzelle entnimmt, müsste eigentlich ein Klon der Klienten sein.
Dies weiß auch Präsident Obama. Er beteuert sogleich, dass er nie die Tür zum Klonen eines Menschen öffnen werde. Tja – in England ist bereits eine Lizenz erteilt worden, Embryonen zu klonen.

Der Umgang mit embryonalen Stammzellen bringt uns alle mitten in zentrale Fragen des Menschseins:
Was ist Menschenwürde? In „Fruchtbarkeitskliniken“ sind bereits heute Hunderttausende Embryonen eingegfroren. Sie entstanden bei künstlichen Befruchtungen, wurden aber nicht gebraucht. Wenn sie nun schon irgendwann im Tode enden, könne man sie doch auch für die Stammzellenforschung verwenden. Das sei ethisch sinnvoll.
Besitzen menschliche Embryonen Menschenwürde?
Die Antwort eines Befürworters der Forschung mit Embryonen: Ein Embryo ist das „Anfangsstadium eines Organismus“. Dieser Embryo „verkörpert möglicherweise“ einen Menschen. Aber er ist noch kein Mensch. Denn ein „Träger von Menschenwürde“ sei der „Mensch als jemand, der mehr sei, als der Organismus, den er habe“
Ein Embryo besitze noch keine Autonomie, Selbstbestimmung. Deshalb könne man auf ihn auch nicht den Menschenwürdebegriff von Immanuel Kant anwenden, welcher die Würde eines Menschen verletzt sehe, wenn er bloß als Mittel gebraucht, „instrumentalisiert“ werde.

Menschen, welche die Forschung mit embryonalen Stammzellen ablehnen, weil dadurch Embryonen getötet werden müssen, argumentieren beispielsweise so:
„Ein lebendes Wesen, das, wie ein Embryo der Spezies Homo sapiens, die Eigenschaft besitzt, von Natur aus spontan die Eigenschaften eines Menschen zu entwickeln, sei bereits ein Mensch – denn nur Menschen können Eigenschaften von Menschen entwickeln.
Der Embryo entwickelt sich nicht zum Menschen, sondern er entwickelt sich als Mensch.
Und alle Menschen ohne Ausnahme sind Personen.“ Deshalb besitzen menschliche Embryonen Menschenwürde.
„Deshalb besitzen menschliche Embryonen zwar noch nicht alle Rechte von Personen! Wohl aber haben sie, weil sie Personen sind, das Recht, einmal alle diese Rechte zu haben, und das heisst: Menschen im Embryonalstadium besitzen zumindest das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Genau darin besteht ihre fundamentale Würde, die man ihnen nicht nur deshalb, weil sie winzig klein, unentwickelt und hilflos sind, absprechen darf.“ (Martin Rhonheimer, Rom 2004)

Betrachte ich den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele, dann müssen sich die Befürworter der „wissenschaftlichen Benutzung“ von Embryonen fragen lassen: Beschäftigt ihr euch mit der Seele? Ist sie für euch existent. Was macht sie, wenn ein Embryo getötet wird und Stammzellen aus ihm entnommen werden?
Als die Schweizerinnen und Schweizer über das Gesetz zur Erforschung embryonaler Stammzellen im Jahr 2007 diskutierten, zeigte Andreas Peter aus Basel am 20. April folgenden bedenkenswerten Widerspruch auf:
„Wer zwischen den Zeilen lesen kann oder gar schon von den weltweit schätzungsweise 20 Millionen blinden Menschen gehört hat, die mit einfachen medizinischen Mitteln geheilt werden könnten, erkennt, für wen dieses Gesetz zugeschnitten ist: für die Pharmaindustrie und weniger für die Menschheit.
Sicher wäre es schön, wir könnten weitere bisher unheilbare Krankheiten lindern oder heilen; nur stellt sich beim Stammzellforschungsgesetz ernsthaft die Frage, ob das Opfer dafür nicht etwas zu groß geworden ist.“

Raffael

Der Beitrag wurde am Dienstag, den 10. März 2009 um 16:01 Uhr veröffentlicht.

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